Kommen wir in unserem wunderbaren Gitarrenbaukompendium (ja, das habe ich gerade wirklich geschrieben) zu dem Teil, der vermutlich am meisten Spaß gemacht hat: Das Tailpiece!
Natürlich hätte ich mich auch mit vorgefertigten Stoptail- oder String-Through-Body-Dingern begnügen und die Gitarre so ein wenig “kantenloser” gestalten können, aber dann wäre ein weiteres Teil an der Gitarre nicht selbstgemacht und wieder ein Stück langweiliger gewesen. Ausserdem funktioniert mein selbstgebautes Tailpiece, jetzt nach ein Paar Monaten Bandeinsatz, immer noch wunderbar und lässt eigentlich keine Wünsche offen. Und es sieht hübsch aus!
Einfach ein Teil kaufen war also keine Option, also begab ich mich im Keller auf die Suche nach passendem Material für ein Tailpiece und fand…
…eine Türklinke! Tatsächlich gefiel mir die leicht geschwungene Form der Türklinge, das Material selbst war natürlich auch wunderbar geeignet. Und ein perfektes, weiteres DIY-Element, dieses Tailpiece aus einer Türklinke.
Also ging’s dran, das ganze mit Schleifgerät, Säge und noch mehr Schleifzeug ein wenig in Form zu bekommen – natürlich auch mit Handschuhen! Safety first! (und dafür so viel wie möglich improvisiert…)
Wieder mal ein wenig Qualitätscontent auf diesem jenen Blog hier!
Die Bilder dieses Artikels entstanden irgendwann im letzten Jahr an zwei verschiedenen Tagen, einmal bei schönstem Spätsommerwetter, einmal bei schlimmsten Herbstregen.
Beide Male ging’s nicht wirklich weiter, einmal weil’s nix gab, einmal weil’s gruselig wurde. Das gesamte Areal der Fabrik scheint weitaus weitläufiger zu sein als auf den Fotos vom relativ kleinen Bürokomplex ersichtlich ist. Was dafür ersichtlich ist: Vandalismus ist scheisse.
Time goes by so slowly. Ja, Madonna hatte recht. Und trotzdem ist es schon eine gefühlte Ewigkeit her, seit ich was über mein zweites Gitarrenprojekt schrieb – Zeit, da wieder was dran zu tun.
Zwischenstand: Die Bachelorarbeit ist geschrieben, abgegeben, sogar mit 1,3 bestanden (FUCKYEAH!) und ich hab nix, wovon ich mich durch das Bauen von Gitarren und das Darüber-Schreiben abhalten könnte. Kein Wunder, dass ich letzteres nicht tat. Der Vollständigkeit halber: Ich habe bereits eine dritte Gitarre gebaut – aber dazu dann zu gegebener Zeit mehr.
Hello again 33 Worte Ich glaub niemand möscht misch wiedersähn...
Faszinierend. Hier hat sich ja eine halbe Ewigkeit nichts mehr getan. Da sollte sich in nächster Zeit mal wieder was dran ändern. Gitarrenartikel? Fotos? Reviews? Ich hab wahrlich genug Material auf Halde liegen…
Ich weiß nicht, ob es an Sprachbarrieren, der Konditionierung auf englischsprachige Popmusik oder einfach an der deutschen Sprache selbst liegt, aber irgendeinen Grund muss es haben, dass deutsche Songtexte oft irgendwie falsch oder übermäßig pathetisch klingen, zumindest dann, wenn sie tiefgängiger sein sollen als der ganze Tim Bendzko-Schmarrn im Radio.
Man sollte aber meinen, das Volk der Dichter und Denker habe es auch mit gesungener Lyrik. Aber irgendwie ist es immer seltsam, wenn einem da jemand leise und ganz close seine Lieder vorsingt. Und nein, Philip Poisel ist da kein Bewertungsmaßstab, denn bei dem klingt immer alles mies und schief.
Eine ähnliche Wirkung (die seltsame Wirkung, nicht die Philip-Poisel-nervt-mich-zu-Tode-Wirkung) hat auch Der hohle Mond von Sebastian Witte, der den Bass bei Videoclub erstmal zur Seite legte, jetzt Solo unterwegs ist und deutschsprachige Irgendwie-mit-Gitarren-Musik unter’s Volk. Was der Münsteraner hier nämlich von sich meist auf leiser Gitarre mit ein bisschen klanglichem Deko zu hören gibt, ist eben einerseits ganz close und fein, andererseits auch wirklich sehr schön geschmiedete gesungene Lyrik, die sich schon nach dem ersten Mal irgendwie sehr hartnäckig im Kopf einnistet.