Kommen wir in unserem wunderbaren Gitarrenbaukompendium (ja, das habe ich gerade wirklich geschrieben) zu dem Teil, der vermutlich am meisten Spaß gemacht hat: Das Tailpiece!
Natürlich hätte ich mich auch mit vorgefertigten Stoptail- oder String-Through-Body-Dingern begnügen und die Gitarre so ein wenig “kantenloser” gestalten können, aber dann wäre ein weiteres Teil an der Gitarre nicht selbstgemacht und wieder ein Stück langweiliger gewesen. Ausserdem funktioniert mein selbstgebautes Tailpiece, jetzt nach ein Paar Monaten Bandeinsatz, immer noch wunderbar und lässt eigentlich keine Wünsche offen. Und es sieht hübsch aus!
Einfach ein Teil kaufen war also keine Option, also begab ich mich im Keller auf die Suche nach passendem Material für ein Tailpiece und fand…
…eine Türklinke! Tatsächlich gefiel mir die leicht geschwungene Form der Türklinge, das Material selbst war natürlich auch wunderbar geeignet. Und ein perfektes, weiteres DIY-Element, dieses Tailpiece aus einer Türklinke.
Also ging’s dran, das ganze mit Schleifgerät, Säge und noch mehr Schleifzeug ein wenig in Form zu bekommen – natürlich auch mit Handschuhen! Safety first! (und dafür so viel wie möglich improvisiert…)
Das ganze sah dann schonmal halbwegs tailpiecig aus:
Weiter schleifen, weiter formen:
Na, wird doch!
Und warum sollte ich den Rest der Türklinke nicht verwerten? Also ging’s weiter, auch noch die Halterung für das Tailpiece zu basteln:
Tadaaaa!
Mit den beiden, schon mal ein wenig vorpolierten Teilen sieht das ganze doch schonmal gar nicht mehr so sehr nach Türklinke, sondern schon ziemlich nett, aus:
Weiter ging es dann damit, die Löcher, durch die dann später die Saiten gezogen werden, zu bohren. Also erstmal den Abstand der Saiten zueinander von der Bridge auf das Tailpiece übertragen.
It’s times like these, an denen ich mir bewusst werde, dass ich vielleicht mal einen Bohrmaschinenständer kaufen und nicht immer alles frei Hand machen sollte – auf der gebogenen Metalloberfläche war nicht allzu gut bohren, daher sind die Löcher nicht 100% in einer Reihe. Aber das fällt letztendlich nicht auf und alles ist wunderbar.
So, fertig, Schrauben durch, ein Zwischenstück suchen und weiter im Text. Ich mag glänzendes Metall.
Übrigens sollte man nicht auf die Idee kommen, ein scharfes kleines Metallstück festhalten zu wollen, während man ein Loch reinbohrt. Und dann auch keine Handschuhe tragen. Und dann auch keine Pflaster in der Nähe haben. Aber wie so oft: Kreppband geht auch. Wie gesagt, damit kann man auch Autos reparieren.
Weiter Gewindestangen zusägen, Löcher bohren, das ganze mit dem Body verschrauben und alles zusammenbasteln:
Das vorerst fertige Endergebnis war doch schonmal ganz ordentlich!
Ich bin dann mal gespannt, was ich im nächsten Artikel zu berichten habe, für meine Artikelserie gibt’s ja noch weitaus mehr zu tun!
Ach ja, gekostet hat das alles nix.
Bisheriger Preis:
Holz, Werkzeug, etc: 0 €
Fräskopf: 15 €
Pickups: 5€
Tailpiece: 0 €
Insgesamt: 20 €
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